Junker Jörgs Taschenspielertricks gehen in die Hose

Ordnungsgeld für NPD-Sachsen-Anhalt // Ex-Landeschef verursacht auch nach seinem Abgang noch Kosten

Gewehrt hat sie sich bis zuletzt, die NPD-Sachsen-Anhalt in Gestalt des gerade abgedankten Landesvorsitzenden Matthias Heyder – könnte man meinen, wenn sie es denn getan hätte. Nach dem verpatzten Landtagseinzug der NPD in Sachsen-Anhalt hat der Landesverband mit der Entscheidung vom 10. Juni 2011 nun noch ein Ordnungsgeld in Höhe von 800 Euro kassiert. Zu verantworten hat das der gescheiterte Spitzenkandidat Heyder. Dafür aufkommen muss nun aber der am letzten Wochenende neugewählte NPD-Landesvorstand um Ingo Peter Walde. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

14. Mai 2011 / Salzwedel: „Die großen Taten wollen große Erben“

„ANs“ und „Freie“ in gewohnter Pöbelmanier / Blockaden zwingen Neonazis auf geänderte Route

Nachdem die alljährliche Jahresabschluss-demonstration in der Altmark Ende 2010 – mitten im NPD-Landtagswahlkampf – ausblieb, sollte thematisch der 08. Mai als Ersatz herhalten. Ein Aufmarsch in „Gedenken an die zahllosen Deutschen, die dem Wahn der Besatzer zum Opfer fielen“ sollte es werden. So verkündeten es Neonazis der „Freien Nationalisten Altmark West“ (FNAW) und dem „Infoportal Burg“. Das Niveau, das die Teilnehmer an den Tag legten bestätigte einmal mehr alle vorherigen Erwartungen. Eine ursprünglich für den 08. Mai 2011 durch Kai Belau erfolgte Anmeldung war von den Behörden untersagt worden. Dem Aufruf unter dem Motto „08. Mai – Wir feiern nicht!“ zum 14. Mai 2011 folgten letztlich etwa 165 Neonazis aus dem „freien“ Spektrum der extremen Rechten in die Hansestadt Salzwedel. Um die Planungen der Rechten zu durchkreuzen, beteiligten sich – laut Polizeiangaben – etwa 500 Neonazigegner an unterschiedlichen Protestformen in der Innenstadt. Nach Blockaden musste der rechte Aufzug eine geänderte Route in Kauf nehmen. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

01. Mai 2011 / Halle (Saale): „Die Gewalt geht immer nur von unseren Feinden aus“

Blockaden erzwingen Routenänderung / „autonome“ und „parteifreie“ Neonazis zwischen Kampfeswille und Opferrolle
Unter dem Motto „Zukunft durch Arbeit – Fremdarbeit stoppen!“ demonstrierten am 01. Mai 2011 etwa 920 Neonazis durch Halle (Saale). Den Teilnehmern dieses zentralen Aufmarsches des parteiungebundenen Kameradschaftsspektrums war von Beginn an anzumerken, dass die Stimmung an dem so genannten „Tag der Arbeit“ aggressiv werden würde. Dass die angemeldete Route für die Neonazis an diesem Tag tabu bleiben wird, war den Organisatoren schon zu Beginn des Aufmarsches klar, was zusätzlich für Missstimmung in den eigenen Reihen sorgte. Mehrere hundert Neonazigegner hatten sich an dem Tag vorgenommen, die Demonstrationsroute der Neonazis zu blockierten – was ihnen auch gelang. An unterschiedlichen Gegenveranstaltungen nahmen laut Polizeiangaben insgesamt rund 2.000 Personen teil. weiter…
©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

07. April 2011 / Amtsgericht Naumburg: „… sonst sterbt ihr heut` noch in der Saale“

Geldstrafe für NPD-Mandatsträger wegen versuchter Nötigung

Das Amtsgericht Naumburg verurteilt Lutz Battke, den NPD-Schornsteinfeger aus Laucha (Burgenlandkreis), am 07. April 2011 wegen versuchter Nötigung zu 20 Tagessätzen à 20 Euro. Zusätzlich hat Battke Gerichts- und Anwaltskosten zu tragen. Das Amtsgericht sah es infolge der Verhandlung als erwiesen an, dass Battke am 17. Juli 2010 in Saaleck (Bad Kösen) zwei Fotografen versucht habe einzuschüchtern. „Macht Euch mit der Kamera weg, sonst sterbt ihr heut` noch in der Saale“, soll Battke den beiden gegenüber gedroht haben. Wenige Minuten später in einem weiteren Anlauf habe er geäußert: „Dich erwische ich noch. Wir machen heut` noch `n Kämpfchen.“ weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

20. März 2011: „Die Schlacht ging verloren“

Wahlnachlese zum verpatzten NPD-Einzug in Sachsen-Anhalt / Niederlage bringt NPD in Bedrängnis

Die Messen sind längst gesungen. Der Einzug der sachsen-anhaltischen NPD in den dritten Landtag ist knapp verpasst. Die zuvor ausgerufene „Schicksalswahl für die gesamte nationale Bewegung“ hat bundesweit Ressourcen der NPD mobilisiert, was die Erwartungshaltungen nach oben geschraubt hat. Der erhoffte Erfolg sollte Auswirkungen auf das Abschneiden der NPD bei allen weiteren Landtagswahlen in diesem Jahr haben. Das Scheitern bringt Matthias Heyder und Co nicht nur in Sachsen-Anhalt in Bedrängnis. Die anstehenden Rückzahlungen von Wahlkampfkrediten aus den eigenen Reihen schränken die Handlungsfähigkeit der Partei vorerst stark ein. Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt droht dem gescheiterten Spitzenkandidaten Heyder Konsequenzen an, sollte sich herausstellen, dass er den Misserfolg selbst verschuldet hat. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

12. März 2011 / Dessau: „Was da seit Jahren in Dessau abgeliefert wird ist einfach nur peinlich“

Schwindende Teilnehmerzahlen bei rechtem „Trauermarsch“ / mehrere hundert Menschen demonstrieren vielfältig gegen Neonazis

In beständiger Wiederholung kündigten für den 12. März 2011 in Dessau-Roßlau abermals Neonazis aus dem parteiungebundenen Spektrum an, anlässlich der Bombardierung der Muldestadt zu demonstrieren. Die Veranstaltung unter dem Motto „Den Opfern vom 07. März 1945 gedenken!“ fand mit knapp 150 Teilnehmern weit weniger Resonanz und Unterstützung als erwartet. Neonazigegner hatten verschiedene Aktionen im Stadtgebiet angekündigt. Aufgrund mehrerer Blockaden mussten die Neonazis eine Änderung ihrer Route in Kauf nehmen. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Aus den Hinterzimmern in den Landtag [Video]

eine kritische Dokumentation über die NPD im Wahlkampf

Zur Landtagswahl am 20.03.2011 tritt seit 1990 erstmals wieder die NPD in Sachsen-Anhalt an. Mit Schlagworten wie „Demokratie“, „Freiheit, „Bürgerrechte“ präsentiert sich die NPD seit Monaten als inhaltlich wandlungsfähiges Chamäleon und verschafft sich so Umfragewerte, die einen Einzug der Neonazi-Partei in den Landtag von Sachsen-Anhalt als möglich erscheinen lassen. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Neue und alte ‚Volksgenossen‘ auf Abwegen // von singender Wahlkampf-Ikone und multikulinarischen Parteifunktionären

Am 15. Januar 2011 brachten die „beiden großen Rechtsparteien“ in Berlin ihre langersehnte Fusion nun endlich über die Bühne. Aus „NPD – die soziale Heimatpartei“ (alias „Die Nationalen“) und der „Deutschen Volksunion“ (DVU) geht aus der ungleichen Vereinigung „NPD – die Volksunion“ hervor. Mit Blick auf das ‚kleine Superwahljahr 2011‘ hofft die neue NPD gerade auch in Sachsen-Anhalt Wahlerfolge einzufahren. Nach dem „regimeverfolgten“ Schornsteinfeger und Fußballtrainer Lutz Battke aus Laucha wartet die Landes-NPD aktuell mit dem singenden und dichtenden Bürgermeister der kleinen Gemeinde Krauschwitz (Burgenlandkreis)auf. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Schlappe für die NPD / Bund der Vertriebenen untersagt Ausstellung in NPD-Zentrum

Großspurig hat die NPD-Sachsen-Anhalt angekündigt, gemeinsam mit dem Dessauer Kreisverband des Bundes der Vertriebenen vom 21. Januar bis 06. Februar 2011 im Bernburger NPD-Objekt die Ausstellung „Vertreibung der Deutschen, ein unbewältigtes Kapitel europäischer Zeitgeschichte“ zu präsentieren. Der Bund der Vertriebenen (BdV), der die Ausstellung vor 15 Jahren erstellt habe, hat kurz vor der geplanten Eröffnung der Landes-NPD per „Unterlassungsverpflichtungserklärung“ untersagt, die Ausstellung zu zeigen. Der BdV-Kreisverband Dessau verkündete im selben Atemzug, er habe „aufgehört zu existieren“. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

27. Oktober 2010 / Laucha: Bürgermeisterkandidaten stellen sich vor

ohne Verfassungstreue und Abgrenzung zur SS kandidiert Lutz Battke zum Bürgermeister im Burgenlandkreis

Die Stadt Laucha an der Unstrut (Burgenlandkreis) wählt am 07. November 2010 einen neuen Bürgermeister. Nachdem Werner Bornkessel sein Amt als Ortsvorsteher vorzeitig aufgegeben hatte, stellen sich nun drei Kandidaten zur Wahl. Einer davon ist Lutz Battke, der für die NPD in Stadt- und Kreistagparlament sitzt. An einer von der Stadt Laucha veranstalteten Podiumsveranstaltung im Schützenhaus nahmen als Gäste 150 bis 200 Einwohner und auch knapp ein Dutzend NPD-Sympathisanten teil. Während Lutz Battke – der ‚Vokuhila mit Hitlerbärtchen‘, der geschasste Jugendtrainer oder der noch immer amtierende Bezirksschornsteinfeger – vorzog, sich so mancher Frage an diesem Abend zu entziehen, applaudierte die angereiste NPD-Riege zu seiner Rechten nach jedem seiner Statements geradezu euphorisch. Angesichts Verschuldung, Arbeitslosigkeit und Abwanderung mit Fragen zu Sachpolitik Wählerstimmen zu gewinnen, ist denkbar schwierig. Klar und offen Position gegen die ideologischen Untiefen ihres extrem rechten Nebenbuhlers zu beziehen schien den beiden Kandidaten Michael Billstein und Chris Ola auch nicht einfacher zu fallen. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

02. Oktober 2010 / Halberstadt: „Vom Regen in die Traufe“

zwischen Wahlkampf-Testballon und Subkultur-Event: vor, während und nach dem Neonazievent bleiben die Verhältnisse im Harz angespannt

„In Anlehnung an ein Ereignis vor 20 Jahren: dem Beitritt der DDR zur BRD“ demonstrierten am 02. Oktober 2010 etwa 230 Teilnehmer einer JN-Demonstration unter dem Motto: „3.Oktober 1990 – Vom Regen in die Traufe! Wir wollen Leben, Freiheit, Einheit & einen souveränen Staat“ durch Halberstadt. Nachdem eine Demonstration unter Federführung des NPD-Kreisverbandes Harz für den 17. Juli 2010 letztlich wieder abgesagt worden war, übernahm die Jugendorganisation der Landes-NPD die Organisation und Durchführung des Aufmarsches im Harzvorland im zweiten Anlauf. Etwa doppelt so viele Neonazigegner versammelten sich ab Mittag in Sichtweite des rechten Startpunktes am Bahnhof. Die Gegendemonstranten beteiligten sich später an zahlreichen Protestaktionen im Stadtgebiet. Durch eine Sitzblockade gelang es, den JN-Aufmarsch zeitweilig zu blockieren und diesen zu einer Umleitung zu zwingen. Mehr noch als im Vorfeld beförderten die Nachbetrachtungen zum Aufmarsch in rechten Internetportalen die Differenzen der hiesigen Neonaziszene zu tage. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

18. August 2010 / Laucha: „Wir stehen heute hier, weil wir Gesicht zeigen für unseren Lutz Battke“

NPD nimmt Kurs auf die Landtagswahl 2011 // Laucha positionierte sich endlich gegen Neonazis

„Solidarität mit Battke“ – so das schlichte Motto einer NPD-Kundgebung am 18.August 2010 in der 3.200-Einwohner-Stadt Laucha im Burgenlandkreis. „Solidarität“, weil der parteilose NPD-Mandatsträger Lutz Battke seines Postens als Jugendtrainer enthoben worden war. Der Druck der Öffentlichkeit und des Landessportbundes auf den Lauchaer Fußballverein BSC 99 gipfelte auf einer Vorstandssitzung am 06. August 2010 in der überfälligen Entscheidung, den rechten Kommunalpolitiker mit Vokuhila-Frisur und Hitlerbärtchen nicht mehr auf den Nachwuchs loszulassen. Für die neonazistische NPD stellte der Vorgang eine ideale Steilvorlage dar, sich als Opfer undemokratischer Machenschaften zu gerieren. Zum Verdruss weiter Teile der Neonaziszene stellt sich die nicht minder radikale NPD – neun Monate vor der Landtagswahl – als Partei der Muster-Demokraten dar. Der einfache Bürger könnte ihnen die Rolle der Vorzeige-Demokraten fast abkaufen. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Wenn Gutgläubigkeit und Naivität verzweifeln lassen

Meinungen nach dem Neonazi-Event am 24. Juli  2010 in Hildburghausen

Ein Neonazi-Event am 24.Juli 2010 im thüringischen Hildburghausen (mehr dazu hier…) sorgte für einige Verwirrungen. Schuld daran waren aber nicht Massen von Neonazis, die an diesem Tag das beschauliche Städtchen heimsuchen sollten. Kaum mehr als hundert nahmen teil. Neben einem Boykottaufruf durch die eigenen „Kameraden“ gegen die Veranstaltung sorgten die Teilnahme des Vorsitzenden vom christlichen „Josua Haus e.V.“ aus Hildburghausen sowie eines Anti-Rechts-Aktivisten und Grünen-Mitglieds aus Waltershausen für angespannte Stimmung. Nicht nur die breite Empörung über die zuvor erklärte Bereitschaft sich mit Neonazis und Holocaustleugnern auf ein Podium zu setzen, sondern vielmehr noch die dort getätigten Äußerungen ließen Parteikollegen und andere zivilgesellschaftlich Engagierte aufhorchen. Grund genug, im Nachgang nochmal nachzuhaken. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

28. Juli 2010 / Zeitz: „Zeitz den Zeitzern!“

Der Arbeitskreis „Bürger wehrt Euch!“ rief zur Kundgebung auf und blieb (fast) gänzlich unter sich

Am 28. Juli 2010 trafen sich insgesamt 28 Personen zu einer Kundgebung auf dem Schützenplatz in Zeitz unter dem Motto: „Hartz IV – und was sonst noch stört.“ Aufgerufen hatte der Zeitzer NPD-Arbeitskreis „Bürger wehrt Euch!“ um Christel Kasprzyk. Die Versammlung begann kurz nach 17.00 Uhr auf dem sonst menschenleeren Platz. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

24. Juli 2010 / Hildburghausen: „Erkämpfen wir zusammen das vierte Reich!“

Eigene Kameraden boykottieren Neonazi-Event in Hildburghausen // Christ und Grüner brechen mit Podiumsteilnahme Tabus // Grüner Anti-Rechts-Aktivist lässt sich von Neonazis wohlwollend beklatschen

Unter dem unmissverständlichen Motto: „Wir wollen keine Asylantenheime!“ kündigten das „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ (BZH) und die DVU-Thüringen für den 24.Juli 2010 eine Demonstration durch die Innenstadt mit anschließender Kundgebung auf dem Hildburghausener Marktplatz an. Die Veranstaltung, anfangs mit einem umfangreichen Programm an Rednern und Musikgruppen aus dem extrem rechte Spektrum angepriesen, fand letztlich bedeutend weniger Resonanz als von den Organisatoren erhofft. Effektiver als die Gegenproteste an diesem Tag in Hildburghausen machten die eigenen „Kameraden“ von NPD und „Freien Kräften“ den Anmeldern Tommy Frenck (BZH) und Kai-Uwe Trinkaus (DVU-Thüringen) einen Strich durch die Rechnung. Dem Boykott folgte das Abwerben mehrerer Bands und ein Konzert mit eben diesen Gruppen und rund 120 Teilnehmern im 80 Kilometer entfernten Schützenhaus in Pößneck. An der Demonstration in Hildburghausen nahmen letztlich etwa 90, an der anschließenden Musikkundgebung rund 120 Neonazis teil. Direkt an der Demonstrationsroute war der Aufzug zeitweilig mit etwa 120 lautstarken Gegendemonstranten konfrontiert. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

10. Juli 2010 / Gera: „Wir sagen: Tod, Vernichtung diesem roten Mob!“

Hass, Gewalt und gute Laune – Trotz Proteste feierten und hetzten wieder über 1.000 Neonazis beim 8. „Rock für Deutschland“ in Gera

Seit 2003 veranstaltet der NPD-Kreisverband Gera unter dem Motto „Rock für Deutschland“ das als „Großkundgebung mit musikalischem Rahmenprogramm“ deklarierte Neonazi-Open-Air in der Geraer Innenstadt. Zu dieser mittlerweile achten Auflage des Rechtsrock-Festivals reisten am 10. Juli 2010 nach Polizeiangaben etwa 1.150 Teilnehmer an. An den letztjährigen Besucherrekord von mehr als 4.000 Teilnehmern (siehe hier…) vermochten die Veranstalter damit jedoch nicht anknüpfen. Dafür gelang es in diesem Jahr erstmals Gegenproteste unterschiedlichster Akteure auf dem Fundament eines breiten Bündnisses auf die Beine zu stellen. An einem Friedensgebet, mehreren Kundgebungen und friedlichen Blockadeversuchen beteiligten sich an diesem Tag unterschiedlichen Angaben zufolge mehr als 1.000 Menschen. Den Fans neonazistischer Musik den Zugang zum Veranstaltungsort zu verwehren, gelang aber nicht. Die Polizei führte die rechten Teilnehmer immer wieder in Gruppen an den Blockadepunkten vorbei, wo ihnen lautstarker Protest entgegenschlug. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

19. Juni 2010 / Merseburg: „Das einzige was hier pervers ist, ist die Politik der Demokraten“

Neonazis wähnen sich in Tradition des „Arbeiteraufstandes“ von 1953  in der DDR // „Freie Kräfte“ zwischen Revolutionsträumereien und Goebbels-Propaganda

Unter dem Motto: „Arbeiter im Kampf um die Freiheit!“ demonstrierten 250 Neonazis am Samstag, den 19. Juni 2010 durch das sachsen-anhaltische Merseburg. Nachdem im vergangenen Jahr eine Demonstration anlässlich des sogenannte „Arbeiteraufstandes“ am 17. Juni 1953 in der DDR noch von der Landes-NPD-Jugend (JN) mit knapp 200 Teilnehmern im nahegelegenen Halle (Saale) veranstaltet worden war, überließen die „Jungen Nationaldemokraten“ den „Freien Kräften“ das Feld. Außer dem themenbezogenen JN-Transparent aus dem Vorjahr blieben die bekannten JN-Aktivisten der Veranstaltung fern. Die Demonstration der „Aktionsgruppe Merseburg“, die sich selbst im Spektrum der „Freien Kräfte“ verorten, war wiederum angemeldet worden von Rolf Dietrich, Kreistagmitglied für die NPD im Saalekreis und stellvertretender NPD-Landesvorsitzender. Vorwiegend Neonazis aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern folgten dem Aufruf. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

1. Mai 2010 / Berlin: „Dies ist eine deutsche revolutionäre 1.Mai-Demonstration!“ – „Kehrt Marsch!“

Neonazis gaben auf Anraten der Polizei nach 600 Metern angemeldete Demonstration auf // weitere 300 Neonazis unangemeldet im Laufschritt über den Ku`damm

Unter dem Motto „Unserem Volk eine Zukunft! Den bestehenden Verhältnissen den Kampf ansagen! Nationaler Sozialismus – jetzt!“ hatten der „Nationale Widerstand Berlin“ und Anmelder Sebastian Schmidtke vom Berliner NPD-Landesvorstand sowie zahlreiche Unterstützer einen etwa sechs Kilometer langen Aufmarsch durch die Bundeshauptstadt geplant. Ein breites Bündnis von Nazigegnern sowie Polizei und Innensenator gingen im Vorfeld trotz zahlreicher weiterer Anmeldungen im Bundesgebiet von 1.500 bis 3.000 Teilnehmern aus. Letztlich fanden jedoch nur 650 Neonazis den Weg in den Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg zum offiziellen Sammelpunkt der Demonstration. Währenddessen veranstalteten rund 300 Neonazis einen nicht angemeldeten Aufmarsch auf dem Kurfürstendamm. Die genehmigte Demonstration von Sebastian Schmidtke hingegen war seit den Morgenstunden von vielfältigem Protest begleitet, so dass sich der Anmelder auf Anraten der Polizei nach 600 Metern entschloss, den Rückweg anzutreten. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

13. März 2010 / Dessau-Roßlau: Trauermarsch; “Wir stehen in ihrer Tradition und in ihrer Pflicht, weiterzukämpfen“

Neonaziaufmarsch bleibt hinter Erwartungen zurück // vielfältiger Protest gegen braunen Trauermarsch

Unter dem Motto: “Gegen das Vergessen – 65. Jahrestag der Bombardierung Dessaus – Zum Gedenken der Opfer!” veranstalteten die „Freien Nationalisten Dessau / Anhalt-Bitterfeld“ am 13. März 2010 den mittlerweile vierten „Trauermarsch“ durch Dessau-Roßlau. Nachdem in Dresden einen Monat zuvor der europaweit größte Neonaziaufmarsch mit etwa 6.400 Teilnehmer durch friedliche Blockaden von mehr als zehntausend Gegendemonstranten erstmals verhindert werden konnte, waren die Erwartungen an folgende „Trauermärsche“ hoch. Die Organisatoren aus Anhalt versuchten „nach der Schikane von Dresden“ die aufgestaute Wut der Neonaziszene zu nutzen, um der Mobilisierung für den eigenen Aufmarsch Antrieb zu verleihen und verkündeten: „Kommt nach Dessau … Die Demokraten und Gutmenschen würden nie damit rechnen, wenn dort eine Teilnehmerzahl wie in Dresden erreicht werden würde“. Letztendlich fanden noch weniger Neonazis als im Vorjahr (ca. 300) den Weg in die Muldestadt. Etwa 230 Neonazis standen rund 700 Gegendemonstranten in der gesamten Innenstadt gegenüber. Die Neonazis mussten ein vielfältiges und kreatives Repertoire an Protestformen über sich ergehen lassen, bevor sie am anderen Ende der Stadt wieder den Heimweg antraten. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

12. März 2010 / Stendal: AN-Trauermarsch: „Wir stehen heute hier, um genau diesen Opfern würdig zu gedenken“

Etwa 80 Neonazis veranstalten alles andere als einen „würdevollen“ Trauermarsch // Gegenproteste erzwingen massive Verkürzung der rechten Aufmarschroute

Bei den gegenwärtig inflationären Ankündigung neonazistischer „Trauermärsche“ wollten sich die Neonazis auch in Stendal in diesem Jahr nicht lumpen lassen. Unter dem Motto: „Gegen das Vergessen“ meldeten der Altmärker David K. im Namen der „Autonomen Nationalisten Stendal“ und der Magdeburger Fabian T. im Namen der „Freien Kräfte Magdeburg“ einen etwa 4,5 Kilometer langen Aufzug für den 12. März 2010 durch Stendal an. Die Resonanz der Neonaziszene blieb dabei sehr verhalten, was wohl auch an der quasi nicht stattgefundenen Mobilisierung gelegen haben könnte. Dafür versammelten sich bei drei Gegenveranstaltungen mehrere hundert Menschen in der Stadt. An einem Friedensgebet in der Marienkirche sollen 250 Menschen teilgenommen haben, einer öffentlicher Stadtratssitzung wohnten 400 Gäste bei und an einer Kundgebung der linken Szene unterstützten nach Polizeiangaben 90 Personen. Nach starken Protesten mussten die Neonazis bereits nach nicht einmal 200 Metern einen Zwischenstopp einlegen. Nachdem die Polizei den sicheren Ablauf der Veranstaltung nicht mehr gewähren konnte, wurden die Rechten angehalten, sich mit einer kurzen Runde von etwa 800 Metern im Bahnhofsviertel zufriedenzugeben. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

13. Februar 2010 / Dresden: Neustadt [Bilder]

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

13. Februar 2010 / Dresden: Heidefriedhof: „Nazi-Typen, die an diesem Tag unser Dresden belästigen“

Wie schon in den Jahren zuvor fand am Vormittag des 13. Februar auf dem Heidefriedhof die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Dresden für die Opfer der Luftangriffe statt. Insgesamt nahmen daran an dem Ort, an dem die meisten der Toten der Luftangriffe in Massengräbern beigesetzt wurden, etwa 250 Menschen teil. Unter ihnen befanden sich die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), Vertreter der Bundeswehr sowie der Jüdischen Gemeinde sowie weitere Vertreter aus Parteien und Verbänden. Ein Drittel der Teilnehmer dieser Veranstaltung waren wie in den Jahren zuvor die Vertreter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion sowie weitere Neonazis aus der Region. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

12. Februar 2010 / Wolfen: Mahnwache „Ein Licht für Dresden…“, aber dann blieben die Kerzen aus

Neonazis veranstalten Mahnwache // „Soli-Aktion“ für europaweit größten Neonaziaufmarsch in Dresden

Knapp 30 Neonazis der Region Anhalt versammelten sich am 12. Februar 2010 ab 17.30 Uhr an der Dessauer Allee in Wolfen zu einer Mahnwache. Genau wie ein Jahr zuvor hatte die Fraktionsvorsitzende der NPD-Fraktion im Kreistag von Anhalt-Bitterfeld Carola Holz die Veranstaltung unter dem gleichlautenden Motto: „Ein Licht für Dresden“ angemeldet. Bundesweit führen Neonazis in den Tagen vor dem europaweit größten Neonaziaufmarsch im Februar in Dresden verschiedenste so genannte „Soli-Aktionen“ durch. Im vorigen Jahr nahmen daran noch bis zu 50 Neonazis teil. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

26. Januar 2010 / Texas: JN-Funktionär tot

JN-Landesgeschäftsführer bei Unfall in den USA ums Leben gekommen

Im Januar 2010 ist der erste Beisitzer und Landesgeschäftsführer der Jungen Nationaldemokraten Sachsen-Anhalt verstorben. Der 1984 geborene Bennet Schulze aus Magdeburg soll, so bestätigte es auf Anfrage ein Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, in den Vereinigten Staaten einem Unfall zum Opfer gefallen sein. „Für Fremdverschulden gibt es gegenwärtig keine Hinweise“, gibt der Polizeisprecher weiter an. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigt den Fall auf Nachfrage und gibt darüber hinaus bekannt, dass es sich bei dem Todesfall um einen Bootsunfall gehandelt habe. Der Leichnam Schulzes wurde am 26. Januar 2010 von den amerikanischen Polizeibehörden aufgefunden. Zuvor war Schulze vermisst gemeldet worden. Aufgrund des letzten Aufenthaltsortes des Verstorbenen sei das Generalkonsulat in Houston/Texas mit dem Fall betraut, bestätigt das Auswärtige Amt in Berlin abschließend. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

06. Februar 2010 / Halberstadt: „Und was ist zu sehen? Der rechte Arm!“

Neonazistrukturen im Harz sollen ausgebaut werden // NPD-Büro in Halberstadt als „gruppen- und organisationsübergreifendes“ Zentrum angepriesen // angekündigter Liederabend wegen Hitlergrüßen verboten

Für den 06. Februar 2010 kündigten der „NPD Ortsbereich Halberstadt“ und die JN Sachsen-Anhalt den bereits vierten Liederabend in Halberstadt an. Geboten werden sollte – für fünf Euro Eintritt –  zum wiederholten Male der Berliner Liedermacher „Fylgien“. Wenige Tage zuvor ist Anzeige bei der Polizei auf Grundlage eines veröffentlichten Videos erstattet worden, welches offensichtlich zum dritten Liederabend am 14. November 2009 in „Lolo`s Hof“ entstanden war. Dabei hatten mehrfach anwesende Neonazis während des Auftrittes des selben Liedermachers den Hitlergruß gezeigt. Der Landkreis als zuständige Versammlungsbehörde habe sich dazu entschlossen, die Veranstaltung zu verbieten, so der Pressesprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord Frank Küssner. Am späten Nachmittag des 05. Februar 2010 sei den Veranstaltern das Verbot mit Auflagenverfügung übermittelt worden. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

16. Januar 2010 / Magdeburg [Bilder]

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

15. Januar 2010 / Köthen: „Der Himmel färbte sich blutrot…“

Neonazi-Mahnwache mit Bockwurst zwischendurch // „ehrenvolles Gedenken“ à la Holz und Co.

Etwa 35 Neonazis aus Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau und Halle (Saale) hielten am 15. Januar 2010 eine Mahnwache in Köthen ab. Unter dem Motto: „Der Himmel färbt sich blutrot – Magdeburg, 16. Januar 1945“ wollten sie, ähnlich wie aus den Vorjahren unter dem Label: „Ein Licht für Dresden“ bekannt, den extrem rechten Opfermythos anlässlich des Trauermarsches am Folgetag in der Landeshauptstadt vorweg zu zelebrieren. Mit einer halben Stunde Verspätung postierten sich die Teilnehmer eingangs der Köthener Leopoldstraße vis à vis auf beiden Fußwegen und versuchten sich dort bis 19.00 Uhr in Andacht und Opferbereitschaft ihrer gefallenen Helden. Protest gegen den Geschichtsrevisionismus von Rechtsaußen war an diesem Tag in Köthen nicht zu festzustellen, dafür war die Polizei aber schon fast mit einem Großaufgebot vor Ort. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

30. Dezember 2009 / Gardelegen: „Wir sind bereit und in der Lage, die Führung des deutschen Volkes an uns zu reißen“

Knapp 180 Neonazis zur Jahresabschlussdemonstration in der Altmark // extrem völkische, rassistische und entschlossene Träumereien vom Ende der Moderne // 300 Gegner aber keine Blockade möglich

„Wir haben uns heute hier in Gardelegen versammelt, um unsere alljährliche Abschlusskundgebung in der Altmark unter dem Motto ‚Demokratie gleich Volkstod‘ zu verrichten“, verkündete der Tangerhütter Stadtrat Heiko Krause am Mittag auf dem Vorplatz des Gardelegener Bahnhofs. Werbung für den vom NPD-Kreisvorsitzenden Kai Belau im Namen der „Freien Kräfte aus der Altmark“ angemeldeten Aufmarsch suchte man im Vorfeld des Termins vergeblich. Etwa 180 Neonazis aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niedersachsen fanden dennoch den Weg in die zugeschneite Stadt in der Altmark. Als Redner auf der Neonaziveranstaltung traten Dieter Riefling aus Hildesheim in Niedersachsen und der als „Leipziger Kamerad“ angekündigte  David Dschietzig auf. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

19. Dezember 2009: „Zentrum der nationalen Bewegung in Halberstadt“ eröffnet

NPD-Bürgerbüro wird von Bürgerbündnis nicht willkommen geheißen // Theorie und Wirklichkeit liegen auch bei der NPD oft weit auseinander // Landespartei bleibt weit hinter eigenen Zielsetzungen für 2009 zurück

Am 19. Dezember 2009 eröffnete der NPD-Kreisverband Harz „im Rahmen einer festlichen Weihnachtsfeier“ ein neues Bürgerbüro in der Otto-Spielmann-Straße im sachsen-anhaltinischen Halberstadt. Der Ortsbereichsvorsitzenden Thorsten Fleischmann, so verkündet die neonazistische Partei, „wird mit den Halberstädter Kameraden“ zukünftig zwei Mal wöchentlich das Büro besetzten. Dabei seien „Sprechstunden mit den Harzer Kreistagsabgeordneten und Beratungstage speziell für Hartz-IV Empfänger“ in Planung. Das vor einem Jahr lauthals verkündeten Ziel, neben der Landesgeschäftsstelle in Bernburg (mehr dazu hier…) „in der Landeshauptstadt noch vor den Wahlen im Juni endlich ein nationales Informationszentrum auf(zu)bauen“ und zudem im Verlauf des Jahres 2009 im Harz und im Burgenlandkreis Bürgerbüros einzurichten, konnte die NPD Sachsen-Anhalt nicht gerecht werden. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

15. November 2009 / Friedrichroda: „Soldaten der Waffen-SS, ich rufe euch!“

NPD-Gotha will die „Gefallenen des letzten großen Krieges“ in ihre Reihen zurückrufen // erstmals Protest gegen alljährliches NS-Zeremoniell in der Kleinstadt

Am 15. November 2009 zogen 120  – laut Angaben der Polizei und der Veranstalter 140 –Neonazis durch den „staatlich anerkannten Luftkurort“ Friedrichroda im thüringischen Landkreis Gotha. Unter dem Motto „Heldengedenken an die Gefallenen beider Weltkriege“ meldete erstmals der gegenwärtige Kreisvorsitzende der NPD-Gotha und Vorstandsmitglied der Landes-NPD, Sebastian Reiche für den Kreisverband den Aufmarsch an. In den zurückliegenden Jahren trat der Friedrichrodaer Michael Burkert für den Kreisverband noch als Anmelder für den Fackelmarsch auf, der sich bereits zum siebenten Mal jährte. Nachdem in den ersten Jahren noch sehr wenige Teilnehmer zu dem extrem rechten Gedenkschauspiel in Thüringen anreisten, waren seit 2007 stets bis zu 140 Neonazis dem Aufruf gefolgt, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Erstmals gab es in diesem Jahr eine Gegenveranstaltung zu dem Neonazi-Fackelmarsch. Das „Antifa-Bündnis Gotha“ veranstaltete eine Demonstration unter dem Motto: „Heldengedenken – nicht mit uns“. Dem Aufruf zum Protest gegen das alljährliche NS-Schauspiel folgten nach Angaben der Veranstalter 150 Teilnehmer. Beide Veranstaltungen seien Polizeiangaben zufolge ohne nennenswerte Störungen von statten gegangen, der Versuch einer Blockade am Denkmal für gefallene deutsche Soldaten, dem Zielpunkt der Neonazis, konnte nicht umgesetzt werden. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

15. November 2009 / Weißenfels: „Heldengedenken“ am Volkstrauertag

Den diesjährigen Volkstrauertag, den 15. November 2009, nutzte auch die Neonazi-Szene wie beispielsweise im Harz und in Stendal wieder für eigenes „Heldengedenken“, aber auch für die Teilnahme an offiziellen städtischen Veranstaltungen. Diese Veranstaltungen folgen der Nachkriegsintention des Volkstrauertages, allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken, wobei auch pauschal vor allem die gefallenen deutschen Soldaten der Wehrmacht geehrt werden. Diese werden dabei noch immer ausschließlich als Opfer wahrgenommen, entgegen geschichtlicher Tatsachen, dass die deutsche Wehrmacht einen Vernichtungskrieg führte und für zahlreiche Verbrechen verantwortlich war. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

14. November 2009 / Wunsiedel: „Jürgen Rieger ist tot“

„Totenleite“ für Neonazi Jürgen Rieger an einer seiner juristischen Wirkungsstätten // Heß oder Rieger? – Gedenken für den „Stellvertreter“ zieht weniger Teilnehmer nach Wunsiedel als erwartet

Am 14. November 2009 fand im bayrischen Wunsiedel die bundesweite Gedenkfeier der NPD für den am 29. Oktober infolge eines Schlaganfalls verstorbenen stellvertretenden Parteivorsitzenden, mutmaßlichen Multimillionär und fanatischen Rassisten Jürgen Rieger statt. Rieger, der beruflich als Rechtsanwalt und zudem in Schweden als Bauer tätig war, wurde vor allem wegen seiner Immobilienkäufe für die Neonaziszene einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Bereits vor der Gedenkveranstaltung war bekannt geworden, dass der 63jährige weder die NPD noch sonstige extrem rechte Organisationen in seinem Testament bedacht hatte, sondern ausschließlich seine vier Kinder. Inwiefern einzelne von ihnen in die politischen Fußstapfen des Vaters treten werden, ist bisher nicht bekannt. Der Verfassungsschutz Niedersachen hatte in den letzten Wochen betont: „Keines der vier Kinder von Rieger gehört der Szene an.“ Nach Angaben der taz fanden sich zwei von ihnen dennoch bei dem Marsch der Neonaziszene in Wunsiedel ein, zusammen mit Riegers letzter Lebensgefährtin. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

07. November 2009 / Halle: „Unser Ziel ist es in diesem Land die Regierung zu übernehmen.“

Die JN Sachsen-Anhalt demonstrierte am 7. November 2009 unter dem Motto „20 Jahre Mauerfall – Wir sind das Volk“ zum zweiten Mal in diesem Jahr durch Halle/ Saale.

Nachdem es ihr am 17. Juni diesen Jahres aufgrund des starken Gegenprotestes nicht gelang, wie gewünscht durch die hallesche Innenstadt zu demonstrieren, nahm die JN nun den Jahrestag des sogenannten Mauerfalls zum Anlass, sich erneut in Halle anzukündigen. Entsprechend dem Anlass der Demonstration versuchte sie sich als angeblich unterdrücktes Sprachrohr des sogenannten „deutschen Volkes“ zu präsentieren. Die Verfasser des Aufrufes versuchen sich in eine Tradition mit den Wende-Demonstranten von 1989 zu stellen und träumen sich an die Spitze einer neuen Volksbewegung, die auch das derzeitige System zu stürzen vermag. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

31. Oktober 2009 / Mehringen: Neonazikonzert bei Aschersleben in Sachsen-Anhalt aufgelöst

Polizei beendet Konzert mit 310 Besuchern / Teilnehmer werfen mit Flaschen und Stühlen auf Polizeibeamte / Nachfolgestruktur des verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerkes auch in Sachsen-Anhalt aktiv

Ein für den 31. Oktober 2009 in „Mitteldeutschland“ angekündigtes Konzert mit den extrem rechten Bands „Frontalkraft“, „Sachsonia“, „Kommando Skin“, „Priorität 18“ und „White Resistance“ wurde von Polizeieinsatzkräften aufgelöst. Dem Organisator Oliver Malina sei bereits im Lauf des Abends an einem Schleusungspunkt von Polizeibeamten mitgeteilt worden, dass die Veranstaltung polizeilich untersagt sei, wie der Einsatzleiter später bekannt gab. Der Ortsteil Mehringen bei Aschersleben ist daraufhin abgesperrt worden und zahlreiche weitere Konzertbesucher mussten bereits am Ortseingangsschild wieder die Heimreise antreten. Vor dem Veranstaltungsort, einem Objekt der „Schützengesellschaft Mehringen 1903 e.V.“ auf der „Insel“ an der Bahnhofstraße befanden sich indes bereits ca. 70 Fahrzeuge von Konzertbesuchern.

weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

17.Oktober 2009 / Leipzig: „Recht auf Zukunft“

„Ich lass mich hier doch nicht verarschen“

Für den 17. Oktober 2009 hatten die „Nationalen Sozialisten Leipzig“ zu einer bundesweiten Großdemonstration aufgerufen. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich die seit Jahren in der Region aktiven Neonazis um den sächsischen JN-Landesvorsitzenden Tommy Naumann, die je nach Anlass auch unter den Namen „Freies Netz“ und „JN Leipzig“ auftreten. Unter dem Demonstrationsmotto „Recht auf Zukunft“ starteten sie  schon Mitte des Jahres eine Kampagne, deren Abschluss die Demonstration in Leipzig sein sollte. Unterstützt wurden sie von verschiedenen neonazistischen Druckereien und Versänden sowie dem Bundesvorstand der „Jungen Nationaldemokraten.“

weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

10.Oktober 2009/Berlin: „Wir haben diese Namen und wir haben die Adressen.“

Mehr als 800 Neonazis wollen Rache und lügen sich dabei selbst in die Tasche // Veranstalter verlesen Feindeslisten und rufen zu Gewalt auf // Teilnehmer sehen sich in der Tradition der SA

Nachdem es in der Nacht zum 04. Oktober 2009 in Berlin/ Schönweide zu einem versuchten Brandanschlag auf die von der rechten Szene genutzte Kneipe „Zum Henker“ kam, demonstrierten unter dem Motto „Vom nationalen Widerstand zum nationalen Angriff“ am 10. Oktober 2009 über 800 Neonazis durch Berlin-Mitte und Friedrichshain. Die Täter, die zwei Brandsätze in Richtung der von etwa 40 Besuchern belebten Lokalität im Erdgeschoss eines Wohnhauses warfen, verletzten bei ihrer Flucht drei Neonazis, die versuchten den Wagen zu stoppen – einer von ihnen wird noch intensivmedizinisch betreut. Neonazi- wie Antifa-Szene spekulierten anschließend im Internet darüber, dass der Tathergang nicht so wirklich zum Schema der Linken passe. Die Ermittlungsgruppe „Joker“ der Berliner Polizei ermittelte in den Folgetagen mit Hochdruck, durchsuchte am Abend vor dem Aufmarsch mehrere Wohnung von mutmaßlichen Tatverdächtigen und nahm sieben Personen in Untersuchungshaft. Laut Pressemitteilung der Polizei am Freitagabend hätte keiner der Täter aus politischen Motiven gehandelt oder sei der rechten oder linken Szene zuzuordnen. Auch die Vermutung, dass es sich bei den Tätern um Mitglieder eines Rockerclubs handeln könnte trifft nicht zu, wie die Berliner Zeitung schrieb. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

03.Oktober 2009/Bitterfeld: „Wir sind diejenigen, die die Demokraten bis aufs Mark erschüttern, wenn unsere Schlachtrufe durch die Straßen von Bitterfeld schallen.“

etwa 110 Spieler vom braunen Team „wollen alles“ // bunte Mannschaft mit weniger Resonanz als erwartet // Team Green stellt zahlenmäßig größte Mannschaft auf dem Platz

Mit dem sperrigen Motto “Laß dich nicht verarschen – Werde aktiv! Wir wollen alles! Freiheit, soziale Gerechtigkeit – Ein neues Deutschland!”mobilisierten für den 03. Oktober 2009 die „Freien Nationalisten aus Bitterfeld und Dessau“ zu einem Aufmarsch nach Bitterfeld. An der Veranstaltung des einschlägig verurteilten[Erst-*]Anmelders Per M. (mehr dazu hier…) und des Dessau-Roßlauer Neonaziaktivisten Alexander W. (mehr dazu hier…) nahmen bis zu 110 Personen aus der Region Anhalt, Burg, Mansfeld-Südharz, dem sächsischen Schkeuditz, Freiberg, Leipzig und Dresden, dem brandenburgischen Königs Wusterhausen und anderen Städten teil. An einer Antifa- und einer zivilgesellschaftlichen Bündnis-Demonstration nahmen jeweils bis zu 100 Personen teil. Eine Kundgebung der IG Metall wurde laut Polizeiangaben von bis zu 80 Teilnehmern unterstützt. Im Vorfeld des „Tags der deutschen Einheit“ versuchte die Polizei die Proteste gegen den Neonaziaufmarsch durch Kriminalisierung zu erschweren. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

12. September 2009/Pößneck: „Fest der Völker“ – irgendwo muss das Geld ja herkommen…

Am 12. September 2009 veranstaltete der NPD-Kreisverband Jena in Zusammenarbeit mit „Freien Kräften“ des Neonazispektrums das so genannte „Fest der Völker“ im ostthüringischen Pößneck. Statt der erwarteten 1.500 bis 2.000 Neonazis aus ganz Europa nahmen in diesem Jahr weniger als 500 an dem Konzertevent teil. Nach dem im Vorfeld geführten Rechtsstreit musste die Veranstaltung kurzfristig vom „Viehmarkt“ in der Innenstadt ins „Schützenhaus“, einer Immobilie des bundesweit bekannten Neonazis Jürgen Rieger verlegt werden. Bis zu 1.000 Nazigegner versuchten an diesem Tag in Pößneck ein Zeichen für Toleranz zu setzen oder den anreisenden Neonazis den Weg zum Veranstaltungsort zu erschweren. Die Polizei lässt sich zum Handlanger der extremen Rechten machen und setzt auf deren Wunsch die Pressefreiheit für Stunden außer Kraft. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

11. Juli 2009 / „Rock für Deutschland“:  „Gera bleibt deutsch!“ …? schöne Scheiße!

Seit 2003 finden im thüringischen Gera Neonazikonzerte in aller Öffentlichkeit statt – zuerst unter dem Motto „Rock gegen Krieg“, ab 2005 in „Rock für Deutschland“ umbenannt. Folgten in den Jahren 2003 und 2004 noch 200 bzw. 150 Teilnehmer den Aufrufen zur Veranstaltung, so waren 2005 bis 2008 jedes Jahr bereits 600 bis 750 Neonazis in Gera angereist. Die siebente Veranstaltung im Jahr 2009 übertraf jedoch alle Erwartungen. Mit der Kultfigur der Neonaziszene, Michael Regener, alias „Lunikoff“, gelang es einen unrühmlichen Publikumsrekord in der Stadt zu erreichen. Unter dem Motto: „Hier bleiben – anpacken!“ lauschten mindestens 4000 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet bei Bratwurst und alkoholfreiem Bier Reden von NPD-Chef Udo Voigt, NPD-Bayern-Vertreter Patrick Schröder oder den thüringischen Lokalagitatoren Peter Nürnberger und Frank Schwerdt. Neonazibands wie „Brainwash“, „Blitzkrieg“, „Sleipnir“ und „Die Lunikoff-Verschwörung“ sorgten für das angemessene Rahmenprogramm, um auch zahlreiche Szenevertreter anzulocken, die sich eher selten für politische Veranstaltungen begeistern lassen. Nur wenige Neonazi-Open-Air-Veranstaltungen erreichten in Vergangenheit eine Höhere Teilnehmerzahl. Die Handelsreisenden der Szene machten an ihren Verkaufsständen ganz sicher den Umsatz des Jahres mit ihrem Angebot an Musik, Kleidung und diverser andere Devotionalien, wie sie das Neonaziherz erfreut. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

20. Juni 2009 / Bitterfeld und Dessau: …bei Sonnenschein und Regenschauer “Arbeiter im Kampf gegen das System”

Am 20. Juni 2009 veranstalten die “Freien Nationallisten Anhalt-Bitterfeld und Dessau” zwei Kundgebungen in Folge in Bitterfeld und Dessau. Wie auch die JN-Sachsen-Anhalt drei Tage zuvor (siehe hier…) bezogen sich die extrem rechten Veranstalter auf den Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 in der DDR. Bis zu 35 Neonazis aus Anhalt-Bitterfeld, LK Wittenberg, Dessau-Roßlau und Schkeuditz nahmen, teils im Regenschauer, an den Kundgebungen mit Kostümierung und Laientheater teil. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

17. Juni 2009 / „Halle/ Saale – Gegner mit Qualität“

Dass sich die Neonazi-Szene gern historischer Ereignisse bedient, und sich damit eine revolutionäre Tradition konstruiert, ist nichts Neues. In Sachsen-Anhalt ist es unter anderem der Jahrestag des Arbeiteraufstandes am 17. Juni 1953 in der DDR, dem die Neonazis seit mehreren Jahren ihre Aufmerksamkeit schenken. Das von ihnen zum „Aufstand gegen Fremdherrschaft und Besatzung“ umgedeutete Ereignis dient dabei als Projektionsfläche für ihr Konstrukt vom deutschen Volk und die eigenen Umsturzphantasien. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

13. Juni 2009 / Arnstadt: Thüringentag der nationalen Jugend

Am 13. Juni 2009 fand im Arnstädter Schlossgarten der achte „Thüringentag der nationalen Jugend“ statt. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich bis zu 300 Neonazis, um das breite Angebot von neonazistischer Live-Musik, extrem rechten Rednern, Spiel und Spaß für Kinder und Verkaufsständen mit Devotionalien, wie sie das Neonaziherz begehrt, zu konsumieren. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

07. Juni 2009 Kommunalwahlen Sachsen-Anhalt

Mit 19 neuen Mandaten der „Systemüberwindung“ ein kleines Stück näher; Sachsen-Anhalt hat gewählt – zumindest ein Teil des Bundeslandes. Neonazistische NPD wirft im Wahlkampf lange Schatten voraus, holt weitere Mandate aber bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.

Von Tilo Giesbers und Mario Bialek
[zuerst veröffentlicht auf www.mut-gegen-rechte-Gewalt.de / 09.Juni 2009]

Mit einer überwiegenden Wahlbeteiligung unter 40 Prozent wurde in Sachsen-Anhalt und sechs weiteren Bundesländern am 07. Juni 2009 neben dem Europaparlament auch über neue Vertreter in Kommunalparlamenten abgestimmt. Die NPD hatte sich viel zu diesem Wahlgang vorgenommen und kündigte den „flächendeckenden Antritt zu den bevorstehenden Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt“ an. Bei der Partei, deren Vertreter gern von einem Deutschland größer als in den bundesrepublikanischen Grenzen träumen, entsprang „flächendeckend“ allerdings doch eher einer Großmachtphantasie. Die anvisierten Ziele, „den Einzug in Fraktionsstärke bei den Stadtratswahlen“, konnte die neonazistische NPD zwar bei Weitem nicht erreichen, aber ihre Mandate in den Kommunalparlamenten haben sie dennoch vermehren können. Ob sie „bedeutende Veränderungen im kommunalen Machtgefüge“ herbeiführen können und wie die demokratischen Parteien mit dieser Zielsetzung der NPD-Politiker umgehen werden, wird die Zukunft zeigen. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

04. Juni 2009 / Halle “Oseberg”-Eröffnung: „Thor Steinar“ gibt in Leipzig auf und hofft nun in Halle auf gute Geschäfte

Seit dem 04. Juni 2009 gibt es auch in Halle in bester Innenstadtlage Bekleidung der Marke „Thor Steinar“ zu kaufen, die sich in der extrem rechten Szene ausgesprochener Beliebtheit erfreut. Begleitet von Protesten eröffnete die in Brandenburg gegründete „MediaTex GmbH“ an diesem Tag eine Filiale namens „Oseberg“ am oberen Boulevard, nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Mehr als 150 Menschen protestierten am Vormittag der Eröffnung direkt vor dem Laden. Dabei kam es zu mehreren Zwischenfällen. Nachdem eine der mutmaßlich Angestellten einen vollen Becher Kaffee aus dem Laden heraus auf die Demonstranten warf, flogen mehrere Eier gegen die Außenfassade. Der ehemalige Geschäftsführer und Betreiber des Unternehmens, Uwe Meusel aus Königs Wusterhausen war bei der Eröffnung persönlich anwesend. Er war zwar bemüht, sich unbeeindruckt von den Demonstranten zu zeigen, seine Anspannung wurde jedoch deutlich, als er unter den Augen der Polizei mehrmals einzelne Personen angriff, u.a. auch einen Stadtrat der „Linken“. Laut einem Bericht der „taz“ fiel Meusel nicht zum ersten Mal durch seine Aggressivität auf. So bedrohte er im Sommer 2008 in Berlin die Sprecherin einer Bürgerinitiative und ging am Rande der Verhandlung am Amtsgericht Tiergarten Anfang Juni auf einen Fotografen los. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

23. Mai 2009 / Luckenwalde: 60 Jahre Grundgesetz – „Gegen diese Zustände wird sich der nationale Widerstand zur Wehr setzen.“

Am 23. Mai 2009 marschierten etwa 300 Neonazis aus Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt durch die brandenburgische Kleinstadt Luckenwalde. Unter dem Motto: „60 Jahre Lüge sind genug – Schluss mit diesem Volksbetrug“ wollten sie ihre Abscheu gegen das deutsche Grundgesetzt an dessen Jahrestag zum Ausdruck bringen. Nach einem gerichtlichem Beschluss wurde dieses Motto und das dazugehörige Flugblatt als Verunglimpfung des Staates angesehen. Das Flugblatt der „Freien Kräfte Teltow Fläming zeigte einen imaginären Grabstein, welcher die Lebensdaten des Grundgesetztes von 1949 bis 2009 herbei halluzinierte. Zudem sei die BRD als „feiger und erbärmlicher Staat“ bezeichnet worden. Das Motto, der von NPD und freien Kameradschaften beworbene Demonstration wurde schließlich auf „Freiheit statt BRD“ abgewandelt. Sprechchöre und Redner stellten hingegen unmissverständlich klar, dass jenes Grundgesetz, welches ihnen ermöglicht, gegen selbiges zu demonstrieren, für sie keine geltende Rechtssprechung darstelle. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt: Brutale Schläger, intellektuelle Kader

zuerst veröffentlicht auf www.netz-gegen-nazis.de (26. Mai 2009)

Die rechtsextreme Szene in Sachsen-Anhalt gilt als besonders gewaltbereit. Eine entscheidende Rolle spielt die NPD-Nachwuchsorganisation “Junge Nationaldemokraten” (JN), die das parteiungebundene Kameradschaftsspektrum mit ihrer Mutterpartei NPD vereint und sich zugleich als deren intellektuelle Elite versteht. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

08. Mai 2009 / Burg: „Diese Typen sind der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.“

8. Mai `45 – Kapitulation Nazideutschlands? „Wir feiern nicht!“

Neonazis überraschen in Burg (bei Magdeburg) mit unerwarteter Teilnehmerzahl und stellen einmal wieder unmissverständlich klar, in welcher Tradition sie sich einreihen.

Am 08. Mai 1945 unterzeichnete der deutsche Generalfeldmarschall Keitel im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Jenes Datum markiert bis heute und in ferne Zukunft das Ende des zweiten Weltkrieges in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus. „Die Nationale Freiheitsbewegung wird einen Teufel tun, sich zu diesem Datum, welches sogenannte „Gutmenschen“, gern als Feiertag sehen wollen, nicht zu äußern.“, musste man auf einem Flugblatt lesen, welches am Rande eines Aufmarsches von etwa 300 Neonazis in Burg verteilt worden ist. Die „Freien Kräfte“ meldeten an diesem gedenkträchtigen Feiertag eine Demonstration unter dem Motto: “8.mai – wir feiern nicht!” ab 18.00 Uhr an. Eine öffentliche Mobilisierung zu diesem Aufmarsch suchte man in öffentlichen Quellen vergebens. Über die Zahl der Teilnehmer, die sich mit ausgesprochen konspirativer, klandestiner Bewerbung nach Burg im Jerichower Land mobilisieren ließen, staunten nicht nur die knapp aufgestellten Polizeikräfte. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Sachsen-Anhalt: Extrem rechte Kandidaten bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009

zuerst veröffentlicht bei: Mut-gegen-rechte-Gewalt.de

Das Bundesland Sachsen-Anhalt gilt zwar als eine Hochburg von Neonazis und auch von Neonazigewalt. Politisch konnte die rechtsextreme Bewegung dort bislang allerdings weniger Fuß fassen. Jetzt soll sich das offenbar ändern, wie in Blick in die Kandidatenlisten der Kommunalwahl erhellt. Für Rechtsradikale kommt erleichternd dazu: Eine Prozenthürde gibt es diesmal nicht.

Derzeit werden im Bundesland Sachsen-Anhalt – soweit bekannt – „nur“ 23 Mandate in 17 der annähernd 1.000 Kommunalparlamente Sachsen-Anhalts von Vertretern der Extremen Rechten besetzt, darunter fünfzehn für die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) und je eins für einen Sportverein und für die „Deutsche Volksunion“ (DVU). Weiter zählen dazu drei für die „Deutsche Partei“ (DP) erreichte Mandate sowie je zwei für NPD und „Die Republikaner“ (REP), deren sämtliche Platzhalter aus ihren Parteien ausgetreten sind, ihre Sitze aber behielten. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

01. Mai 2009 / Freiberg: „Spaßnationale“ on tour…

Katz` und Mausspielchen mit der Polizei, Randale und geselliges Beisammensein am 01. Mai im sächsischen Freiberg und anderswo.

Nachdem am 01. Mai vergangenen Jahres die Neonaziszene geeint zu einem zentralen Aufmarsch nach Hamburg mobilisiert hatte, bei dem es zu massiven Ausschreitungen und Angriffen von Neonazis gegen Polizei, Journalisten und Gegendemonstranten kam, versuchten bundesdeutsche Gerichte einer derartigen Neuauflage den Riegel vor zu schieben. Ein Verbot für den 01. Mai diesen Jahres geplante Aufmarsch „Freier Kräfte“ in Hannover wurde letztlich am Vortag vom Bundesverfassungsgericht aufgrund zu erwartender Ausschreitungen durch Neonazis bestätigt (mehr dazu hier…). Bereits in den Wochen zuvor war zu erkennen, dass die Neonaziszene in diesem Jahr strategisch auf ein dezentrales Konzept setzen wird. In zahlreichen Städten fanden am 01. Mai 2009 große und kleinere teils angemeldete, teils unangemeldete Aufmärsche statt, bei denen es neben Sachbeschädigungen von Gegendemonstranten auch mehrfach zu massiven  Ausschreitungen und gewalttätigen Angriffen von Neonazis auf Polizei und Nazigegner kam. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

07. März 2009 / Dessau: „Wenn wir wollten könnten wir sie mit einem Handstreich von diesem Platz fegen.“

300 Neonazis marschieren am 07. März 2009 mehr als zehn Kilometer durch die Muldestadt. Die ehemalige NPD-Landesvorsitzende Carola Holz und „Freie Nationalisten aus Anhalt/Bitterfeld und Dessau“ riefen zu „Trauermarsch“ anlässlich der kriegsnotwendigen Bombardierung der Stadt `45 auf. Stadt und zahlreiche zivilgesellschaftliche Akteure setzen in Dessaus Innenstadt mit 500 Teilnehmern heiteres, stimmungsvolles Zeichen gegen extrem rechten „Trauermarsch“. Das Vorhaben, den braunen Spuk zu blockieren gelingt nicht. Neonaziredner verlangen an diesem Tag geradezu ungehalten nach Anzeigen wegen Volksverhetzung. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

05. März 2009 / Dessau: Nazi”Warm-up”

Bombenstimmung bei „Mitteldeutschen Freiheitskämpfern“

extrem rechter Kostümball mit Skeletten und Sensenmann // Clowns und Tempo-Taschentücher gegen Neonazitrauerspiel

Zwei Tage vor dem Jammermarathon “Gegen das Vergessen – Zum Gedenken der Opfer des Bombenangriffs auf Dessau am 07.03.1945″ hielten die „Freien Nationalisten“ aus Dessau und Anhalt-Bitterfeld eine „Warm-up“-Kundgebung in der Dessauer Innenstadt unter selbigem Motto ab. Dieser Neonaziaufmarsch wird am 07. März 2009 laut Planung  etwa sieben Kilometer durch ganz Dessau führen. Anmelder Alexander W. und die ersten eingetroffenen Kameraden staunten nicht schlecht, als sie von zwei Clowns und XXL-Tempo-Taschentüchern am Kundgebungsort begrüßt worden sind. Nur sehr zögerlich nahmen die Neonazis ihren zugewiesenen Kundgebungsplatz ein, über dem ein Transparent der Clowns hing, das „Bombenstimmung“ verbreiten sollte. Zahlreiche zuvor verteilte Packungen Tempo-Taschentücher auf Din A3 und andere Verschönerungen rings um den Kundgebungsort sorgten zunächst für designierte Stimmung bei den Kameradinnen und Kameraden. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

21. Februar 2009 / Groß Börnecke

mz-web.de: Trauerzug für getötete Schwangere

Einwohner von Groß Börnecke entzündeten Kerzen an einer Kirche – Auch 30 NPD-Anhänger versammelten sich  weiter…

mdr.de: Trauerzug gedenkt getöteter Schwangeren

Einwohner von Groß Börnecke im Salzlandkreis haben am Sonnabend mit einem Trauerzug durch den Ort ihre Anteilnahme am Schicksal der getöteten hochschwangeren Frau zum Ausdruck gebracht.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

14. Februar 2009 / Dresden [Bilder]

weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Dresden im Februar: „Formation einnehmen und Hände aus den Taschen“

Fackelmarsch am Freitag den 13ten // größtes Neonazievent europaweit am Samstag // Neonaziangriffe vor, während und nach dem Aufmarsch

Auch in diesem Jahr am Wochenende des 13. und 14. Februar 2009 fanden in Dresden zwei Großaufmärsche der Neonaziszene statt. Am Samstag folgten zwischen 6.000 und 7.000 Neonazis dem Aufruf der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO). Bereits am Freitagabend mobilisierte das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ mehr als 1.000 Neonazis nach Dresden, um einen Fackelmarsch unabhängig von JLO, NPD und der breiten Masse der extrem rechten Szene durchzuführen. Neben den Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen an beiden Aufzügen auch Delegationen aus verschiedenen europäischen Ländern teil. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Januar 2009 / Dessau: Rødberg-Eröffnung

Seit dem 17. Januar 2009 hat das Verkaufsgeschäft Rødberg in der Dessauer Wagnerpassage eröffnet. In der Verkaufseinrichtung des Inhabers Enrico Specht wird vorrangig Kleidung angeboten, die sich in der Neonazi-Szene großer Beliebtheit erfreut, so beispielsweise “Thor Steinar” und “Erik and Sons”. Neben diesen Modemarken werden u.a. Kampfsportartikel und Fan-Bekleidung des “ASG Vorwärts Dessau” vertrieben – ferner zählt der Laden neben zahlreichen namhaften Institutionen zu den Sponsoren der Freiwilligen Feuerwehr Klitschena.weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

24.Januar 2009 / Genthin: Rechtsrock-Wiederholungstäter

„Neue Welt“ für Nazis?!

Bereits am 24. Januar 2009 veranstalteten Rechtsextreme wiederholt in Genthin ein Neonazikonzert. In der Tanzbar „Neue Welt“ in Genthin/Altenplathow fand nicht die erste Musikveranstaltung der rechten Szene statt, wie der Pressesprecher des zuständigen Polizeireviers bestätigt. Bereits am 31. Oktober 2008 hatte die Polizei eine ähnliche Veranstaltung in den selben Räumlichkeiten aufgelöst. „Diesen Veranstaltungsort können Sie privat anmieten!“, preist die Inhaberin im Internet an. Noch im Frühjahr 2008 hatte die regionale Neonaziszene ein als „Baracke Genthin“ bekanntes Objekt als „nationalen Jugendclub“ angemietet und dort ebenfalls versucht Rechtsrockkonzerte zu veranstalten. Nach der Kündigung des Mietvertrages ist das Problem offensichtlich nicht verschwunden. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

17. Januar 2009 / Magdeburg: „Könnt Ihr das Rauchen unterlassen Kameraden?“ – Wasser predigen und Wein saufen

Am 17. Januar 2009 führte die neonazistische „Initiative gegen das Vergessen“ ihren Trauermarsch gegen die kriegsnotwendigen Realitäten in Magdeburg durch und eröffnete damit zugleich die Flutsaison der Nazitränen 2009. Wegen mehrerer Straßenblockaden mussten die mehr als 700 Neonazis mehrfach Umleitungen ihrer Route in Kauf nehmen. Zwei Veranstaltungen antifaschistischer Gruppen fanden mit insgesamt 500 Teilnehmern statt. Die „Meile der Demokratie“ blieb trotz geschätzter 1000 Teilnehmer unter den Erwartungen der Veranstalter. Das Konzept, große Teile der Innenstadt demokratisch mit über 100 Ständen zu besetzten ging zwar auf, aber das Interesse des gemeinen Magdeburgers, Demokratie und Toleranz auf den Straßen der Landeshauptstadt mit Leben zu füllen, scheint nur dünn beseelt zu sein.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

27. Dezember 2008 / Salzwedel: „Jetzt ist Krieg hier!“

breiter zivilgesellschaftlicher Protest behindert gewaltbereiten Neonaziaufmarsch

Am 27. Dezember 2008 nahmen etwa 280 bis 300 Neonazis, vorwiegend aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, an der Jahresabschlussdemonstration des NPD-Kreisverbandes Salzwedel teil. Unter dem Motto: „Unser Volk lässt sich nicht verspekulieren! Aufstand wagen – Kapitalismus zerschlagen!“ fand der wohl aggressivste Neonaziaufmarsch in Sachsen-Anhalt statt. Die Neonazis griffen zum Auftakt Gegendemonstranten an und durchbrachen mehrfach das Spalier von Polizeikräften. Flaschen, Steine und Pyrotechnik wurden von den Neonazis geworfen. Nach zivilgesellschaftlichem Protest gelang es dennoch, den Aufmarsch nach wenigen hundert Metern zum Rückzug zu zwingen.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

19. Dezember 2008 / Bernburg: „Ihr kotzt uns an!!!“

NPD-Landesgeschäftsstelle in Bernburg eröffnet // JN eilt der Mutterpartei populistisch provokativ zu Hilfe //breiter zivilgesellschaftlicher Protest // alte „SED-Parteigenossen“ auf beiden Seiten

Angesichts des zurückliegenden Bruchs im Landesvorstand (mehr dazu hier…) und in Hinblick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen 2009 bemüht sich die NPD derzeit nicht nur, ihre Arbeitsfähigkeit weiter unter Beweis zu stellen, sondern versucht auch den Eindruck steigender Professionalität vermitteln. Vor diesem Hintergrund eröffnete die NPD Sachsen-Anhalt am 19. Dezember 2008 in Bernburg, Am Markt 28 ihre Landesgeschäftsstelle. In den Parterreräumen des Gebäudes sitzt bereits die Bundesgeschäftsstelle der Jungen Nationaldemokraten (JN) und bis Mai 2008 befanden sich dort auch die Geschäftsräume des mittlerweile nach Köthen verzogenen Neonaziladens „Nordic Flame“ (mehr dazu hier…). Begleitet wird die Eröffnung der Geschäftsstelle mit einer Kundgebung der NPD-Jugendorganisation (JN) und breitem zivilgesellschaftlichem Protest.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

16. Dezember 2008 / Dessau-Roßlau: “Wer überwacht die Überwacher?”

Seit dem 16. Dezember 2008 hat die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost zwei Kameras im Bereich der Schlachthofstraße 25, dem Vereinsobjekt des Alternativen Jugendzentrums in Dessau, installiert. Infolge mehrerer rechtsextremer Angriffe auf das Haus, kam es seit Mitte des Jahres zu Diskussionen zwischen Polizei und Verein, bei denen sich der Verein gegen eine Kameraüberwachung aussprach. Zunächst sollen die Kameras für sechs Monate zur Verhinderung von Straftaten in diesem Bereich getestet werden. Für die folgende Entscheidung über den weiteren Betrieb werden jegliche Straftaten zum Anlass genommen, die dauerhafte Überwachung zu rechtfertigen.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

06. Dezember 2008 / Berlin: Neonaziaufmarsch der NPD und freien Kameradschaften

Unter dem Motto: “Jugend braucht Perspektiven – Für die Schaffung eines nationalen Jugendzentrums” marschierten am 06. Dezember 2008 in Berlin mit etwa 600 Neonazis.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

29. November 2008 / Bitterfeld/Dessau: „Die Teilnehmer möchten nicht fotografiert werden – unterlassen Sie das!“

Neonazis machen spontanes Kundgebungs-Hopping in Bitterfeld und Dessau

Am 29. Novemer 2008 veranstalteten Neonazis der Region Anhalt in Bitterfeld-Wolfen und Dessau-Roßlau zwei Kundgebungen in Folge. Ab 11.00 Uhr versammelten sich die Neonazis aus Dessau-Roßlau, Landkreis Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld im Bitterfelder Stadtgebiet wo sie für etwa zwei Stunden die erste Kundgebung abhielten. Nach einem Zwischenstop auf einem Spielplatz nahe der Dessauer Allee in Wolfen-Nord machten sich die Rechtsextremen auf nach Dessau-Roßlau, um auf der Museumskreuzung von 15.00 bis 16.30 Uhr eine zweite Kundgebung abzuhalten.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

27. Oktober 2008 / Köthen: Rechtsextremes Ladengeschäft will “die Katze aus dem Sack” lassen

sportlichen Chick gibt`s im Laden – das wahre Angebot ist im Internet zu finden
In den Nachmittagsstunden des 27. Oktobers 2008 lässt „Nordic Flame“ in der Köthener Lohmannstraße die Hüllen fallen. Das extrem rechte Ladengeschäft, welches plant hier zukünftig sein breites Angebot menschenverachtender Devotionalien zu verkaufen, hat die schwarzen Folien vor den Schaufenstern entfernt. Ein Teil des Angebotes wird in den Fenstern präsentiert, aber nur solche Stücke, die den unbedarften Köthener Passanten nicht anstößig erscheinen sollen.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

20. Oktober 2008 / Köthen: »Nordic Flame« “brennt” in Köthen weiter

Extrem rechter Szeneladen zieht von Bernburg nach Köthen

Seit Anfang Oktober `08 ist das extrem rechte Ladengeschäft „Nordic Flame – Street and Fightwear“ in Bernburg geschlossen. „Wir haben schon, nicht weit von Bernburg, neue Räume bezogen. Wenn wieder alles fertig ist, lassen wir es Euch wissen.“, ist auf der dazu gehörenden Internetpräsenz „Odins-Eye“ zu lesen. „Nicht weit von Bernburg“ im Landkreis Anhalt-Bitterfeld liegt Köthen, eine Hochburg des Karnevals mit knapp 30.000 Einwohnern. Der Neonazi-Versandhandel führt quasi alles was das rechtsextreme Herz begehrt und zukünftig scheint er dies in Köthen zu tun. Zwischen einem Standort der Hochschule Anhalt und dem Köthener Krankenhaus in der Lohmannstraße wird seit kurzem ein Verkaufsgeschäft mit schätzungsweise 45-50 Quadratmetern renoviert. Noch sind die Schaufenster mit schwarzer Folie abgeklebt, scheinbar will man sich nicht in die Karten gucken lassen. Seit wenigen Tagen ist erkennbar, dass im Innenraum der Verkaufseinrichtung bereits in großen Lettern der Schriftzug „Nordic Flame“ an der Wand prangt.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

11. Oktober 2008 / Zwickau: „Die Positionen die wir vertreten haben schon unsere Väter, Großväter und Urgroßväter vertreten“

Für den 11. Oktober 2008 riefen die „Nationalen Sozialisten Zwickau“ zu einem Aufmarsch unter dem Motto: „Regionalwirtschaft statt Globalisierung“ durch Zwickau auf. Etwa 220 Neonazis, von NPD bis Kameradschaftsspektrum, folgten dem Aufruf und zogen vom Hauptbahnhof aus durch die Innenstadt.

Unter dem Aspekt der szeneinternen Solidarität wurde dieser Aufmarsch am 20. September 2008 bereits zugunsten einer Neonaziveranstaltung in Dessau-Roßlau verschoben. Die Rechtsextremisten wollten sich nicht gegenseitig die Mitläufer ausspannen und sich andererseits wechselseitig unterstützen. Hatten am 20. September doch einige Neonazis aus dem süd-sächsischen Raum den Weg nach Dessau-Roßlau gefunden, wurde ihnen die Solidarität aus der anhaltiner Region nur marginal zuteil. Trotz lauthalser Kommentare unter dem Aufruf des „Freien Netz Zwickau“, in dem User schrieben: „Dessau steht hinter euch bis zum 11.10.08“, fanden weniger als eine Hand voll Dessauer Nachwuchsaktivisten den Weg in die Stadt des Sachsenrings.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

20.September 2008 / Dessau-Roßlau: mit Gewalttätern, Bombenbauern und Brandstiftern gegen linke Gewalt…

„Solidarität mit dem Kameraden Alexander“ – Pflege der eigenen Opferrolle hat Hochkonjunktur

Am 20.September 2008 veranstalteten Neonazikameradschaften aus Dessau-Roßlau und Umgebung in Zusammenarbeit mit NPD und JN einem Aufmarsch im Dessauer Stadtgebiet. Unter dem Motto: „Gesicht zeigen gegen linke Gewalt“ mobilisierten sie, nach dem 08.März und dem 31.Mai bereits zum dritten Aufmarsch in diesem Jahr überregionale Neonazis in die Stadt.  weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

08. September 2008 / Sachsen-Anhalt: Vorstandskollaps der NPD Sachsen-Anhalt

“npd-sa” – Zerwürfnis in eigener Sache. Dokument einer Schlammschlacht um Machtspielchen, Kompetenzfragen und Prinzipientreue oder Versteckspiel. Im Landesverband der “npd-sa” brodelt der Kessel schon lange um die Frage: ‘Sind wir Wölfe im Schafspelz oder Wölfe im Wolfspelz?’

Im folgenden dokumentieren wir den Text der sieben von neun zurückgetretenen Vorstandsmitglieder der NPD Sachsen-Anhalt, wie er für etwa vier Stunden auf der Seite des Landesverbandes einzusehen war: weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

23. August 2008 / Quedlinburg: „Nationaler Sozialismus – jetzt – jetzt – jetzt!“ noch nicht

Was lange währt wird endlich gut. – könnte man meinen… aber Nationaler Widerstand im Harz übt wohl noch.

Nachdem die „Aktionsfront Harz“ (oder wahlweise auch „Autonome Nationalisten Harz“) nach zweimaliger Terminverschiebung am 23. August 2008 nun doch noch in Erwägung zogen, ihren Aufmarsch unter dem Motto: „Kapitalismus zerschlagen“ in Quedlinburg durchzuführen, fanden von den angemeldeten 800 Teilnehmern weniger als ein Zehntel den Weg in die Harz-Stadt.

Da das Label „Autonome Nationalisten“ auch in Sachsen-Anhalt in den zurückliegenden Monaten seine Fashion-Opfer in der Neonaziszene gefunden hat, hätte man doch glauben mögen, ein Aufmarsch, der explizit diese Klientel anspreche, käme genau zur richtigen Zeit. Zudem hätte der Schulterschluss mit der als „Systempartei“ verschrienen NPD in Sachsen-Anhalt vermuten lassen, hier im Bundesland, konkreter im Harz mit diesem Bestreben auch am richtigen Ort zu sein. Die Realität vor Ort sah am vergangenen Samstag Mittag allerdings gänzlich anders aus. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

05. Juli 2008 / Sangerhausen: NPD-Sommerfest

Unter dem Motto „Anpacken – Aufräumen – Aufbauen“ veranstaltete der Landesverband der neonazistischen NPD am 05. Juli 2008 das zweite „Sommerfest der nationalen Bewegung“ in Sangerhausen. Mit 200 bis 220 Teilnehmern hat sich die Sympathisantenzahl dieses Jahr fast halbiert. Da dieses niederschwellige, jugendkulturell ausgerichtete Event zur szeneübergreifenden Vernetzung und Vorbereitung auf die Wahlen im kommenden Jahr angepriesen wurde, bleibt zu hoffen, dass die verminderte Teilnehmerzahl (350 – 400 in 2008 ) ein Vorzeichen auf die Entwicklung der Neonaziszene und den Wahlkampf der NPD darstellt. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

27. Juni 2008 / Wittenberg: JN-Kundgebung

Für Freitag, den 27. Juni 2008, meldete Philipp Valenta, der Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzendeder NPD-Jugendorganisation, eine Kundgebung auf dem Wittenberger Marktplatz an. Ihrer Forderung nach einem nationalen Jugendzentrum wollten die Neonazis laut Anmeldung von 18.00 bis 22.00 Uhr Ausdruck verleihen. weiter…

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

17. Juni 2008 / Halle: JN-Kundgebung

©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©©

Restbaustelle // alte Bildergalerie zur regionalen rechtsextremen Szene

Diese Sammlung soll keinesfalls eine Dokumentation rechtsextremer Aktivitäten darstellen. Wir versuchen an dieser Stelle lediglich, dem Rechtsextremismus in der Region Anhalt anhand einzelner Auszüge ein Gesicht zu verleihen.

__________________________________________________________________________

“Freie Nationalisten Dessau” und “Freie Nationalisten Aken/Elbe”

150907qlb-bbg-fnd-fnae.jpg150907qlb-fnd.jpg150907qlb-fnd-fnae.jpg150907qlb-fnd-fnae-wb.jpg150907qlb-fnd2.jpg
NPD-Demonstration am 15. September 2007 in Quedlinburg

040807sgh-fnd.jpg
NPD-Sommerfest am 04. August 2007 in Sangerhausen

______________________________________________

“Freie Nationalisten Dessau/Anhalt”

040807sgh-fnda.jpg040807sgh-fnda-aze.jpg040807sgh-kot-fnda-aze.jpg040807sgh-kot-fnda.jpg
NPD-Sommerfest am 04. August 2007 in Sangerhausen

______________________________________________

“Freie Nationalisten Bernburg/Köthen” (bzw. JN Bernburg/Staßfurt)

150907qlb-bbg.jpg150907qlb-bbg2.jpg150907qlb-bbg3.jpg150907qlb-valenta.jpg150907qlb-bbg-fnd-fnae.jpg
NPD-Demonstration am 15. September 2007 in Quedlinburg

040807sgh-kot.jpg040807sgh-kot2.jpg040807sgh-kot-fnda-aze.jpg040807sgh-kot-fnda.jpg
NPD-Sommerfest am 04. August 2007 in Sangerhausen

_____________________________________________

“Freie Nationalisten Dessau/Anhalt”

160607rathenow2.jpg160607rathenow.jpg160607de-rathenow.jpg
16. Juni 2007 in Rathenow

070107dessau.jpg070107dessau2.jpg070107dsessau3.jpg
07. Januar 2007 Bekannte Personen der “Freien Nationalisten Dessau/Anhalt” versuchten am Rande der Demonstration in Gedenken an den verstorbenen Oury Jalloh zu provozieren. Im Vorfeld hatten sie als Gruppe bereits einen alternativen Jugendlichen im Stadtgebiet verfolgt.

281006bitterfeld3.jpg281006bitterfeld2.jpg281006bitterfeld.jpg
28. Oktober 2006 Bitterfeld

25022006sbk.jpg
25. Februar 2006 in Schönebeck

120305dessau.jpg120305dessau4.jpg120305dessau2.jpg
120305dessau5.jpg120305dessau3.jpg
12. März 2005 Dessau

13022005dresden.jpg
13. Februar 2005 Dresden

210804wunsiedel.jpg
21. August 2004 Wunsiedel

______________________________________________________

Mitglieder und Sympathisanten des NPD Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld

281006btfnpddemonstration.jpg
Carola Holz; NPD-Landesvorsitzende und Vorsitzende der NPD-Fraktion Anhalt-Bitterfeld, hier auf der NPD-Demonstration am 28. Oktober 2006 in Bitterfeld

120707kotkreistagssitzung9.jpg
Andreas Köhler, Schatzmeister der NPD-Fraktion Anhalt-Bitterfeld und neben Carola Holz der zweiter NPD-Vertreter im Kreistag Anhalt-Bitterfeld

120707kotkreistagssitzung.jpg120707kotkreistagssitzung2.jpg120707kotkreistagssitzung3.jpg120707kotkreistagssitzung4.jpg120707kotkreistagssitzung5.jpg

120707kotkreistagssitzung7.jpg120707kotkreistagssitzung8.jpg120707kotkreistagssitzung6.jpg
Mitglieder und Sympathisanten des NPD-Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld, hier vor und während der konstituierenden Sitzung des neugewählten Kreistages am 12. Juli 2007

070707de-npdkvanh-btf.jpg070707denpdkvanhbtf2.jpg070707denpdkvanhbtf.jpg070707denpdkvanhbtf4.jpg
07. Juli 2007 am Hauptbahnhof Dessau

190507npdstandkot.jpg190507npdstandkot.jpg
19. Mai 2007 NPD-Informationsstand in Köthen

Advertisements


%d Bloggern gefällt das: