15. November 2009 / Weißenfels: „Heldengedenken“

15. November 2009 / Weißenfels: „Heldengedenken“ am Volkstrauertag

Den diesjährigen Volkstrauertag, den 15. November 2009, nutzte auch die Neonazi-Szene wie beispielsweise im Harz und in Stendal wieder für eigenes „Heldengedenken“, aber auch für die Teilnahme an offiziellen städtischen Veranstaltungen. Diese Veranstaltungen folgen der Nachkriegsintention des Volkstrauertages, allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken, wobei auch pauschal vor allem die gefallenen deutschen Soldaten der Wehrmacht geehrt werden. Diese werden dabei noch immer ausschließlich als Opfer wahrgenommen, entgegen geschichtlicher Tatsachen, dass die deutsche Wehrmacht einen Vernichtungskrieg führte und für zahlreiche Verbrechen verantwortlich war.

In Weißenfels nehmen die NPD und weitere Neonazis seit mehreren Jahren regelmäßig an der Feierstunde auf dem Weißenfelser Friedhof teil, die jedes Jahr am Gedenkstein für die „gefallenen deutschen Soldaten des zweiten Weltkrieges von 1933 bis 1945“ stattfindet. Auch in diesem Jahr waren die NPD-Ortsgruppe um den Weißenfelser Stadtrat Daniel Voigt sowie eine Gruppe von Neonazi-Skinheads mit eigenen Kränzen und Gestecken vor Ort. Die lokale rechte Szene hatte im Vorfeld mit Aufklebern für die Veranstaltung geworben.

Die offiziellen Redner, u.a. Staatinnensekretär Rüdiger Erben grenzten sich von den Neonazis ab und wiesen auch auf die Opfer von Nationalsozialismus und aktuellem Rechtsextremismus hin. Die Feierstunde endete und mit dem Lied „Der gute Kamerad“, dem Deutschlandlied und einer gemeinsamen Gedenkminute, in der jeder seiner eigenen Intention folgend die Opfer des Nationalsozialismus oder auch die Verantwortlichen für die begangenen Verbrechen ehren konnte.

Auch in Halle nahm der NPD-Stadtrat an der städtischen Feierstunde auf dem Gertraudenfriedhof teil. Im Gegensatz zu den vergangenen kam der Stadtrat ohne weitere NPD-Begleitung und ohne Kranz.

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