27.Oktober 2008 / „Nordic Flame“ enthüllt

Rechtsextremes Ladengeschäft will „die Katze aus dem Sack“ lassen

sportlichen Chick gibt`s im Laden – das wahre Angebot ist im Internet zu finden

In den Nachmittagsstunden des 27.Oktobers 2008 lässt „Nordic Flame“ in der Köthener Lohmannstraße die Hüllen fallen. Das extrem rechte Ladengeschäft, welches plant hier zukünftig sein breites Angebot menschenverachtender Devotionalien zu verkaufen, hat die schwarzen Folien vor den Schaufenstern entfernt. Ein Teil des Angebotes wird in den Fenstern präsentiert, aber nur solche Stücke, die den unbedarften Köthener Passanten nicht anstößig erscheinen sollen.

In Magdeburg und Leipzig wird gegenwärtig mobil gegen Ladengeschäfte gemacht, die die bei Rechtsextremen beliebte Modemarke Thor Steinar verkaufen. Per Gericht wird versucht die Mietverhältnisse aufzuheben, da die Vermieter über das Sortiment der Läden im Unklaren gelassen wurden. Diese Verkaufsgeschäfte bieten ausschließlich die Bekleidungsmarke Thor Steinar an.

Bei „Nordic Flame“ ist das anders, hier machen die Produkte von Thor Steinar gerade einmal 5,4% des Gesamtsortimentes aus. Für die vorbei schlendernden Passanten soll der Laden nicht anstößig scheinen, ein Textilgeschäft mit jugendtypischer Bekleidung, die wenig Eindeutiges erahnen lässt. Die weite Palette des Angebotes wird erst im angegliederten Internetportal des rechtsextremen Versandhandels offeriert. Hier wird neben „rechter Designermode“ auch ein endlos scheinendes Angebot menschenverachtender Musik, „Waffen“, wie Teleskopschlagstöcke, und unzweifelhafte Kleidung mit neonazistischen Aufdrucken bereitgehalten.

„Nordic Flame“ ist nicht einfach ein Thor Steinar-Laden, wie andere bekannte Beispiele, die ausschließlich diese Modemarke verkaufen – „Nordic Flame“, bzw. der Betreiber Steffen Bösener, halten ein Repertoire  an rechtsextremen Kulturgütern bereit, welches von der „Einstiegsdroge Nummer 1“ in die extrem rechte Szene – Musik, über einschlägige Bekleidung, Waffen, Reichskriegs- und andere -flaggen bis hin zu Kaffetassen mit SS-Kult-Symboliken, wie die „Schwarze Sonne“ reichen. Quasi alles was das rechtsextreme Herz begehrt wird dort angeboten, damit die neonazistische Ideologie gänzlich Einzug in den Alltag, bis an den Frühstückstisch halten kann. Da scheint es nur konsequent, dass das ehemalige Portal der Köthener Kameradschaftsszene – „Aktion Mitte“, welches nicht mehr abrufbar ist, nun automatisch auf den „Odins-eye“-Versand weiterleitet. Das lässt durchaus den Schluss zu, dass die Intensionen der neonazistischen Kameradschaft unter dem Label des Versandhandels weiterbesteht. Beide Domainadressen sind auf Steffen Bösener angemeldet.

Welche Rolle dem Bürgermeister, dem Gewerbeamt, der Polizei und der Zivilgesellschaft in den nächsten Wochen, vielleicht Monaten, zuteil wird bleibt abzuwarten.

Artikel als PDF: 27.10.2008-nordic-flame-enthuellt

mehr Informationen dazu: »Nordic Flame« “brennt” in Köthen weiter

mz-web.de vom 24.Oktober 2008 «Laden muss weg aus Stadt»

rbwonline.de: Rechte Szene- Laden umstritten

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