Vorstandskollaps der NPD Sachsen-Anhalt

„npd-sa“ – Zerwürfnis in eigener Sache. Dokument einer Schlammschlacht um Machtspielchen, Kompetenzfragen und Prinzipientreue oder Versteckspiel. Im Landesverband der „npd-sa“ brodelt der Kessel schon lange um die Frage: ‚Sind wir Wölfe im Schafspelz oder Wölfe im Wolfspelz?‘

Im folgenden dokumentieren wir den Text der sieben von neun zurückgetretenen Vorstandsmitglieder der NPD Sachsen-Anhalt, wie er für etwa vier Stunden auf der Seite des Landesverbandes einzusehen war:

Zitat:

Mitteilung an die Mitglieder des NPD Landesverbandes Sachsen-Anhalt

Folgende Mitglieder des NPD Landesvorstandes Sachsen-Anhalt, erklären zum heutigen Tage, dem 08.09.2008 ihren Rücktritt von ihren Ämtern:

Landesvorsitzende Carola Holz
Stellvertretender Landesvorsitzender und Landespressesprecher Jens Bauer
Stellvertretende Landesvorsitzende und Referat Recht Judith Rothe
Beisitzer und Landesschatzmeister Peter Machleid
Beisitzer und zuständig für das Referat Kampagnen Christian Luckau
Beisitzer und zuständig für den Aufbau Altmark Heiko Krause
Beisitzer und Landesorganisationsleiter Marcus Großmann

Es verbleiben in ihren Ämtern:
Stellvertretender Landesvorsitzender Mathias Heyder
Beisitzer Rolf Dietrich

Die Unterzeichner und zurückgetretenen NPD Landesvorstandmitglieder bedauern diese Entscheidung. Wurde doch in den letzten sechs Monaten erhebliche Aufbauarbeit im Landesverband getätigt. So wurde das Sommerfest erfolgreich organisiert und durchgeführt, eine Landesgeschäftsordnung erarbeitet, eine Mitgliederkampagne, eine Ökologiekampagne und eine Zusage auf finanzielle Wahlkampfunterstützung für die Stadtratswahlen in Halle und Magdeburg beim Parteivorstand erwirkt. All dies waren erste Schritte hin zu einem besser organisierten und damit leistungsfähigeren Landesverband, dessen Zielsetzung die Vorbereitung auf die Stadtrats- und späteren Landtagswahlen war.

Auf dem letzten Landesparteitag im März dieses Jahres, wurden wir zusammen mit den beiden noch verbleibenden Landesvorstandsmitgliedern gewählt. Die Mehrheit entschied sich für diese Zusammensetzung und sie schien die beste für unseren Landesverband zu sein. Doch einige Mitglieder und Kreisverbände waren seit dem nicht bereit mit dem Landesvorstand in seiner bisherigen Zusammensetzung, zusammen zu arbeiten. So behinderten, oder boykottierten einzelne Kreisvorstände der folgenden Kreisverbände die Arbeit des Landesvorstandes:

Burgenlandkreis, Saalekreis, Salzland und Harz

Auch die JN Sachsen-Anhalt, in persona des Landesvorsitzenden Philipp Valenta, sah sich nicht in der Lage mit dem bisherigen Landesvorstand zusammen zu arbeiten. Seine Abwesenheit bei allen Landesvorstandssitzungen legt davon Zeugnis ab.

Der Boykott und die nicht Akzeptanz des Landesvorstandes, führte innerhalb des Landesverbandes zu Spannungen die sich dann zuerst im KV Magdeburg entluden.

So untergruben einige neue Mitglieder dessen Namen hier auch erwähnt werden dürfen, die Glaubwürdigkeit und die Autorität des bisherigen Kreisvorsitzenden und forderten offen die Abspaltung der Kreisfreien Stadt Magdeburg von den, aus organisatorischen und mitgliederstrukturellen Gründen, angegliederten Landkreisen.

So sollten neue Kreisverbände in Magdeburg, dem Bördekreis und dem Jerichower Land entstehen. Die psychologische und soziologische Unart der neuen Mitglieder, führte sogar dazu, daß an den Landesvorstand ein Antrag eingereicht wurde, in dem das oben erwähnte gefordert wurde. Da eine Ausgliederung aus den ebenfalls oben genannten Gründen aber nicht möglich war, versicherten sich Matthias Gärtner und Michael Grunzel der Zustimmung des zu diesem Zeitpunkt noch im Amt befindlichen Landesgeschäftsführers Matthias Heyder.

Dieser sorgte nicht, wie es seiner Funktion entsprechen würde, dafür, daß eine einvernehmliche Lösung gefunden und der Konflikt behoben wurde.

Er tat Gegenteiliges.

Mit Matthais Gärtner (JN Bundesvorstand) ,Phillipp Valenta (JN Landesvorsitzender, Andreas Karl (Stellv. Kreisvorsitzender Burgenlandkreis), Michael Schäfer (JN Bundesvorsitzender, Rolf Dietrich (Beisitzer im Landesvorstand) führte Matthias Heyder am 20.07.2008 in Bernburg ein konspiratives Treffen durch, in dem die Neubesetzung und Neugliederung des Landesvorstandes besprochen wurde.

Auf direkte Anfrage der Landesvorsitzenden einige Tage später, verneinten sowohl Matthias Heyder, als auch Rolf Dietrich dieses Treffen.

Der Vertrauensbruch zum bisherigen Landesvorstand war nun vollkommen. Die bisherige geleistete Arbeit der einzelnen im Landesverband und Landesvorstandmitglieder schien nichts wert zu sein.

So konnten denn auch die profilneurotischen und postenbezogenen Mitglieder des Kreisverbandes Magdeburg ohne vorherige Absprache mit dem neu amtierenden Kreisvorsitzenden eine Jahreshauptversammlung für den 23.08.2008 einberufen.

Da diese Praxis aber nicht Satzungskonform ist, sah sich die bisherige Landesvorsitzende Carola Holz genötigt, den Mitgliedern des KV Magdeburg die Ausladung zuzusenden. Dennoch fand an diesem Tage eine Versammlung in Magdeburg ohne den Kreisvorsitzenden statt, auf der ein nicht satzungskonformer und deshalb nicht rechtskräftiger und rechtsfähiger neuer Kreisvorstand gewählt wurde. Am gleichen Tage, fand eine geschäftsführende Landesvorstandssitzung statt, auf der Matthias Heyder aufgefordert wurde, seine Funktion als Landesgeschäftsführer und seinen Posten als stellvertretender Landesvorsitzender zur Verfügung zu stellen. Der ersten Aufforderung kam Matthias Heyder auch souverän nach und forderte im gleichen Atemzug die bisherige Landesvorsitzende auf, auch ihren Posten zur Verfügung zu stellen, andernfalls würde er eine landesverbandsweite Unterschriftenaktion für den Rücktritt starten. Hier kommt deutlich das anvisierte Ziel von M. Heyder zum Vorschein, nämlich die Kontrolle über den Landesverband, mit ihm als Landesvorsitzenden.

Eine politische Arbeit innerhalb des Landesverbandes und Landesvorstandes ist nun nicht mehr möglich, daher ist die Verhängung des organisatorischen Notstandes die einzig gangbare Lösung, um die geleistete Zersetzungsarbeit zu neutralisieren.

Liberale Zeitgenossen innerhalb der Partei, setzen ihre anerzogene Ideologie in vollem Umfang um. Der Neid auf Macht, der Neid auf Posten und der Neid auf Geleistetes sind Eckpunkte des liberalen Menschen und dieser liberale Mensch kommt bei den einzelnen Akteuren hier deutlich zum Vorschein.

Dies zeigt sich nun auch deutlich in der Verfahrensweise des Landesvorsitzenden der JN Sachsen-Anhalt Philipp Valenta. Dieser fuhr erst kürzlich in seine Heimat dem Rheinland das zu Teilen mit der Pfalz ein Bundesland bildet, um dort schon einmal Mitarbeiter für die zukünftige Landtagsfraktion 2011 in Sachsen-Anhalt zu suchen. Nicht unbedingt etwas negatives, wenn man die Personalstruktur der Partei kennt.

Dies aber mit der Begründung zu tun, daß der Landesverband nun unter Kontrolle wäre und die Machtverhältnisse sich zu seinen Gunsten verschoben hätten, die Radikalen Kräfte entsorgt seien, läßt dann doch tief in das Innere des liberalen Menschen Valenta blicken.

Der reformorientierte Flügel der die Partei zu einer reinen Protestpartei umbauen will, scheint hier in Sachsen-Anhalt den nächsten Landesverband gleichschalten zu wollen.

Das Ende einer Ära ist in Sicht, denn eine revolutionäre Partei braucht keine Reform sie braucht Revolution.

Die geleistete Zersetzungsarbeit hätte staatlicherseits nicht besser durchgeführt werden können. Wenn es denn der Staat nicht selber war, so waren es aber wohl trotzdem, auch Kräfte von Außen, die sich eine Basis für 2011 schaffen wollen. Die Jagd um Listenplätze und Mitarbeiterposten ist also schon jetzt in vollem Gange! Ein neuer Landesparteitag, wird die Fronten klären müssen, die zwischen den Grundgesetztreuen liberalen um Matthais Heyder, Michael Schäfer und Matthias Gärtner und den revolutionären Kräften der hier nun Unterzeichnenden entstanden sind.

Anmerkung:
Das Original mit den Unterschriften liegt dem Parteivorstand vor. Aus Sicherheitsgründen verzichten wir hier im Internet auf die Veröffentlichung unserer Unterschriften.“

Zitat Ende

Quelle: h..p://www.npd-sachsen-anhalt.de/
gesehen: am 08.09.08
Seiteninfos: Modifiziert: Montag, 8. September 2008 11:08:19

Dann:
„Diese Seite ist aufgrund des Rücktrittes der Mehrheit (7 von 9) des NPD Landesvorstandes von Sachsen/Anhalt, vorübergehend nicht mehr erreichbar.“
Seiteninfos: Modifiziert: Montag, 8. September 2008 15:15:28

Selbstredend distanziert sich die Redaktion von jeglicher Symphatie für die NPD oder jeglicher anderer menschenfeindlicher Ideologien und deren Protagonisten. Wir waren lediglich der Meinung, dass ein solches Schriftstück, welches offensichtlich das wahre Leben in der rechtsextremen Szene zu Tage befördert, dem interessierten Lesern zugänglich gemacht werden sollte.

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  1. 1 20.September 2008 / Gesicht zeigen gegen linke Gewalt «

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  2. 2 September 2008 «

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  3. 3 19. Dezember 2008 Bernburg NPD-Landesgeschäftsstelle «

    […] des zurückliegenden Bruchs im Landesvorstand (mehr dazu hier…) und in Hinblick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen 2009 bemüht sich die NPD derzeit nicht nur, […]






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