mz-web.de: Kampagne gegen Rechts geht weiter

mz-web.de: Kampagne gegen Rechts geht weiter

Ministerpräsident: «Wir haben eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit»
von Manuela Bank, 11.12.07, 17:52h, aktualisiert 11.12.07, 19:53h
Magdeburg/MZ. Ein Jahr nach dem Start der landesweiten Kampagne gegen Rechtsextremismus „Hingucken!“ sieht Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) ein wesentliches Ziel erreicht. „Wir haben eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit für das Thema. Es gibt eine höhere Sensibilität“, sagte Böhmer am Dienstag vor Schülern im Magdeburger Hegelgymnasium. Die Kampagne habe eine Menge bewegt. Als positiv benannte er die Kooperation mit Vereinen und Verbänden, aus dem ein Netzwerk aus mehr als 230 Partnern entstanden sei. Auch der erhöhte Verfolgungsdruck durch die Polizei trage zur positiven Bilanz bei. Die Kampagne werde fortgesetzt. „Es ist eine Aktion, die wir nötig haben.“

Positiv äußerte sich auch der Generalsekretär des Zentralrates der Juden, Stephan Kramer, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm. Zunächst sei er skeptisch gewesen, nun aber sehr zufrieden, da Landesregierung und Bevölkerung zeigten, beim Problem Rechtsextremismus nicht den Kopf in den Sand zu stecken. „Wir sind aber noch weit davon entfernt zu sagen: ‚Wir haben den Kampf gewonnen'“. Kramer hob auch die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung hervor. Sie war unter anderem in die Kritik geraten, weil sie zu einer Diskussion über Rechtsextremismus auch NPD-Politiker eingeladen hatte. Die direkte Auseinandersetzung sei aber der richtige Weg, betonte Kramer.

Ministerpräsident Böhmer sprach vor dem Hintergrund der Statistik-Affäre und der geänderten Zählweise rechtsextremer Straftaten am Dienstag auch von einer einseitigen Interpretation des Engagements gegen Rechts in Sachsen-Anhalt: „Ja, wir hatten ein Statistikproblem. Aber ich plädiere auch für eine vereinheitlichte Zählweise in allen Ländern.“

Die Kampagne „Hingucken“ war am Dienstag vor einem Jahr in Bitterfeld von der Landesregierung gestartet worden. Sie reagierte damit auf die zuvor bekannt gewordenen rechtsextremen Taten, unter anderem die Verbrennung des Tagebuchs der Anne Frank in Pretzien.  Quelle

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